agra

Politischer Schlagabtausch in Leipzig


--

Mit einer flammenden Rede eröffnete Helmut Gumpert, Bauernpräsident in Thüringen, heute in Leipzig die Landwirtschaftsmesse agra. Er freute sich besonders, dass EU-Agrarkommisar Phil Hogan der Einladung der drei Landesbauernverbände gefolgt ist. Gumpert ist sehr daran gelegen, dass die Direktzahlungen noch vor Weihnachten ausbezahlt werden. Sonst kommt es in vielen Betrieben zum Chaos, sagte Gumpert.

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow begrüßte als agra-Schirmherr der Drei-Länder-Messe, die Kooperation der drei Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Konkret ging er auf die Schwierigkeiten von Betrieben ein, deren Felder als „Grenzgänger“ an zwei verschiedene Bundesländer grenzen. Hier schlägt Ramelow vor, sich auf Ebene der Bauernverbände und Agrarminister zu verständigen. Sie sollen Lösungen erarbeiten, um die Anträge auf Direktzahlungen fristgerecht bis Mitte Mai ausfüllen zu können. Ein Bekenntnis zu Europa und die Wichtigkeit der EU für die Ostländer formulierte Ramelow. „Vor allem die Förderprogramme machen viele Investitionen hierzulande möglich“, unterstreicht Ramelow den europäischen Gedanken. „Wir brauchen diese Mittel, damit uns der ländliche Raum nicht verlorengeht“.

Auch Hogan sicherte den Landwirten auf dem agrarpolitischen Forum zu, die überbordende Bürokratie, die die Gemeinsame Agrarreform mit sich bringt, abzuschaffen. Allerdings sind seine Möglichkeiten begrenzt auf Grund der umfangreichen Abstimmungen in den EU-Gremien. Zudem sei er den Steuerzahlern in der EU verpfllichtet, dass die beschlossenen Umweltmaßnahmen, die sie finanzieren, auch kontrolliert werden. Sie seien wichtiger Bestandteil der EU-Agrarreform. Dennoch will Hogan die Kritikpunkte an der Umsetzung des Greening prüfen und für eine Vereinfachung sorgen. (da)
stats