Pollen gehört zum Honig


Wenig praktikable Kennzeichnungsregeln für Pollen von Gentechnisch veränderten Organismen (GVO) im Honig möchte die EU-Kommission verhindern. Mit einer Änderung der EU-Honigrichtline geht sie einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Weg. „Das ist die richtige Lösung", erklärte dazu die Bundestagsabgeordnete Christel Happach-Kasan (FDP) an Donnerstag in Berlin. Die Grünen würden ihre ideologischen Grabenkämpfe auf dem Rücken der Imker und Imkerinnen austragen, kritisierte die Abgeordnete im Bundestagsausschuss für Landwirtschaft. Der EuGH hatte im September 2011 Pollen zu einer Zutat im Honig erklärt. Das hat zur Folge, dass Pollen von gentechnisch veränderten (GV-)Raps- oder Maissorten im Honig gekennzeichnet werden müssen, ohne Toleranzschwelle. Freilandversuche mit GVO würden damit in der EU erschwert. Zudem müssten sämtliche Honigimporte aus Südamerika auf GV-Pollen hin untersucht werden. Die EU-Kommission hat deshalb im September 2012 einen Vorschlag vorgelegt, nach dem Pollen im Honig nicht mehr eine Zutat, sondern ein natürlicher Bestandteil ist. Damit werde eine rechtliche Unsicherheit über die Kennzeichnung von Honig aus dem Weg geräumt, lobte Happach-Kasan. (Mö)
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