Polnische Getreideernte auf Vorjahresniveau

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Mit 27,1 Mio. t Getreide einschließlich Mais haben die Landwirte in Polen so viel geerntet wie im Vorjahr. Die Stimmung ist dennoch getrübt, denn die Getreidepreise befinden sich im freien Fall. Besonders zugenommen hat in Polen der Anbau von Weizen und Roggen. Die Weizenernte 2008 beziffert das Warschauer Statistikamt in seiner ersten Ernteschätzung auf fast 9,0 Mio. t. Das entspricht einem Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Roggen gehen die Statistiker von einem Zuwachs um 9 Prozent auf etwa 3,4 Mio. t aus.

Dennoch sind die Landwirte von der Getreideernte insgesamt enttäuscht. Zum einen ist die Getreidefläche zur Ernte 2008 gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent ausgedehnt worden, die Hektarerträge sind aber in gleichem Ausmaß gesunken, weil Trockenheit im Juni vielen Beständen zugesetzt hatte. Zum anderen klagen die polnischen Landwirte über die niedrigen Getreidepreise. Die Weizennotierungen sind Anfang der Woche auf ein Niveau von umgerechnet weniger als 160 €/t franko Mühle gesunken. Anfang Juli war polnischer Weizen noch mit umgerechnet mehr als 240 €/t bewertet. Zu schaffen macht Polen vor allem Importdruck von billigem Getreide aus der Ukraine. Deswegen fordert das Land vehement die Einführung von Einfuhrzöllen auf Drittlandsgetreide. (db)

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