Polnische Landwirte erhalten Direktzahlungen früher

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Ein Teil der EU-Direktzahlungen darf in Polen schon ab dem 16. Oktober ausgezahlt werden. Das hat gestern die EU-Kommission in Brüssel dem polnischen Landwirtschaftsminister Jerzy Pilarczyk zugesagt. Mit dem Vorziehen von 50 Prozent der Direktzahlungen sollen die Landwirte Liquidítätshilfen erhalten, um Folgen der Trockenheit abzumildern. Nicht durchsetzen konnte sich Pilarczyk erwartungsgemäß mit der Forderung, die Interventionskriterien zu senken.

Die Höhe der Direktzahlungen könnte für polnische Landwirte in diesem Jahr allerdings enttäuschend werden. Sie sollen mit dem am 30. September 2005 geltenden Umrechungskurs für den Zloty aus dem Euro-Betrag errechnet werden. Die polnische Währung tendiert seit Wochen anhaltend stark. Eigentlich war erwartet worden, dass sie sich im Vorfeld der Parlamentswahl am kommenden Sonntag abschwächen könnte, doch das Gegenteil ist der Fall. Gestern notierte die Europäische Zentralbank für die polnische Währung einen Kurs von 3,88 Zloty/Euro. Bislang war für die Umrechnung der Direktzahlungen mit einer Größenordnung von etwa 4 Zloty/Euro gerechnet worden. Die Stärke des Zloty verursacht außerdem Druck auf die Getreidepreise, weil der Interventionspreis ebenfalls mit dem für Landwirte ungünstigen Kurs umgerechnet wird. (db)

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