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Polens Landwirtschaftsminister Marek Sawicki möchte 2008 die nationalen Kriterien für EU-Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums ändern. Unterdessen warten polnische Landwirte auf Geld aus zuvor gestellten Anträgen. Zur Eröffnung der Agrarmesse Polagra-Premiery in Poznan (Posen) sagte Sawicki am vergangenen Freitag, dass bei der Ausgestaltung des polnischen Programms PROW 2008 Landwirte mehr Geld erhalten sollen, und zwar „auf Kosten der Verarbeiter”. Jene Verarbeitungsunternehmen jedoch, die seit mehreren Jahren Verträge mit Landwirten oder Landwirte als Anteilseigner haben, sollen ebenfalls gefördert werden. Sawicki möchte grundsätzlich zu mehr horizontalen und vertikalen Zusammenschlüssen in der polnischen Landwirtschaft ermuntern. Das polnische Programm PROW ist Teil der EU-Regionalpolitik, die zum großen Teil aus EU-Mitteln finanziert wird und aus dem nationalen Haushalt kofinanziert werden muss.

Die erste Auszahlung der neuen PROW-Mittel hat Sawicki für Juni und Juli in Aussicht gestellt. An einer pünktlichen Auszahlung gibt es allerdings in Polen erhebliche Zweifel. In der zuständigen Warschauer Agentur ARiMR verzögern sich Auszahlungen für Anträge, die schon Ende 2006 und Anfang 2007 gestellt worden sind. Nach Informationen des polnischen Fernsehsenders TVP sind 18.500 Anträge auf Fördermittel von umgerechnet etwa 650 Mio. € noch nicht bearbeitet. In einer Fernsehsendung am Wochenende ist die Situation als „dramatisch” beschrieben worden. Kürzlich ist der ARiMR-Chef abgelöst und ein Krisenstab eingesetzt worden. Minister Sawicki gibt die Schuld der Vorgängerregierung. (En)

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