Schweinepest

Polnische Mäster fordern Soforthilfe

In einem gemeinsamen offenen Brief wenden sich Polens Verbände der Schweinehalter, der Landwirtschaftskammern sowie der Metzgereien und Fleischverarbeiter an Präsident Bronislaw Komorowski. Sie fordern eine sofortige Entscheidung der Warschauer Regierung, die den Herauskauf von Tieren aus der Pufferzone ermöglicht. Anderenfalls sei ein Konkurs zahlreicher Betriebe zu befürchten. „Die Situation hat unserer Meinung nach die Dimension einer Katastrophe erreicht", heißt es in dem heute veröffentlichten Schreiben an Komorowski.

Die Branche beklagt, dass sich seit drei Wochen nichts tut. Seither können praktisch keine Mastschweine und Ferkel mehr aus der Pufferzone aufgekauft werden. Diese ist in Polen entlang der Grenze zu Weißrussland eingerichtet worden, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern. Nach Angaben von Janusz Rodziewicz, Präsident des Verbandes der polnischen Metzgereien und Fleischverarbeiter, stehen in dieser Pufferzone insgesamt etwa 400.000 Schweine. Gemessen am polnischen Schweinebestand von rund 11 Millionen Tieren sind das immerhin fast 4 Prozent.

Polens Agrarminister Stanislaw Kalemba berichtete am Donnerstagabend von Erfolg in Brüssel. Er brachte von seinem Treffen mit EU-Kommissar Dacian Ciolos die Zusage mit, dass sich Brüssel mit 50 Prozent an Hilfen für Schweinehalter beteiligt. Als staatliche Hilfen sind eine Aufkaufaktion und die private Lagerhaltung geplant. Beide Maßnahmen sollen jeweils zur Hälfte aus Brüssel und aus Warschau finanziert werden. Sobald die EU-Kommission die Details der Hilfsprogramme veröffentlicht hat, wird das Warschauer Agrarministerium die nationale Umsetzung konkretisieren, kündigte der Minister am Donnerstag an. (db)
stats