Polnische Ställe bleiben leer


Die Schweinezahlen in Polen sinken auf einen neuen Tiefstand. Die Branche ruft nach staatlicher Hilfe.

Nur noch 11,1 Millionen Schweine hat die Statistikbehörde in Warschau zum Zähltermin Ende November 2012 ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt der Rückgang 15 Prozent. Hoffnungen, dass es bald einen Bestandsaufbau geben könnte, machen die aktuellen Zahlen nicht. Der Zuchtsauenstand ist Ende November ebenfalls auf einen Tiefstand von etwa 1 Millionen Tiere gesunken.

Wie klein die polnischen Schweinebestände sind, zeigt der mehrjährige Vergleich. Vor fünf Jahren standen nach den Erhebungen der Statistiker noch fast 18 Millionen Schweine in den Ställen, darunter rund 1,6 Millionen Zuchttiere.

Die polnische Schweinehaltung reicht längst nicht mehr aus, um den Inlandsbedarf zu decken. Zufuhrbedarf hat Polen sowohl für Ferkel als auch für Schweinefleisch. Hauptlieferländer sind Deutschland und Dänemark.

Seit Monaten fordert Polens Lobby der Schweinehalter, in der Förderperiode 2014 bis 2020 einen Schwerpunkt auf die Entwicklung der Schweinehaltung zu legen. Nach Informationen der polnischen Agrarzeitschrift Farmer berät Polens Agrarminister Stanislaw Kalemba aktuell ein neues Programm mit den Branchenexperten, dessen Eckpunkte er noch im Januar vorstellen will.

Nachholbedarf hat Polen vor allem in der Struktur. Nach den Zahlen der Agrarstatistik stehen im Durchschnitt weniger als 50 Schweine in polnischen Ställen - im Vergleich zu etwa 950 in Deutschland. (db)
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