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Mit dem EU-Beitritt muss Polen auf "national gefärbte" Slogans verzichten, die für die Bewerbung heimischer Lebensmittel verwendet werden. Derzeit wird nach entsprechenden Lösungen gesucht. Unter anderem sehe sich das nationale Landwirtschaftsministerium nach einem passenden Ersatz für das Gütezeichen "Polska Dobra Zywnosc" ("Gutes polnisches Lebensmittel") um, berichtet die Warschauer Zeitung "Rzeczpospolita". Die polnische Regierung werde von der Europäischen Kommission bereits seit langem darauf hingewiesen, dass die Nutzung derartiger Slogans nach dem Beitritt des Landes als eine versteckte Diskriminierung von Waren aus anderen Mitgliedstaaten angesehen würde. Das Blatt erinnert daran, dass Warschau sich noch zu Beginn der Beitrittsverhandlungen für die Umsetzung der diesbezüglichen EU-Regelung ab dem Beitrittstag verpflichtet hatte.

Dennoch, so das Blatt, lösten die Forderungen der Kommission Verwirrung in Polen aus, zumal im Lande seit Anfang der neunziger Jahre an der Bewerbung heimischer Lebensmittel intensiv gearbeitet worden sei. Hierfür engagierten sich auch der Staatspräsident sowie der Regierungsvorsitzende und der Landwirtschaftsminister. Das Siegel "Gutes polnisches Lebensmittel" werde durch den Agrarminister seit vier Jahren an qualitativ beste Ernährungsgüter verliehen. Rund 60 Unternehmen hätten inzwischen das Recht erhalten, dieses für mehr als 600 Produkte zu verwenden. Beim dem gleichen Ziel dienenden jährlichen Branchenwettbewerb "Teraz Polska" ("Jetzt Polen"), dessen 14. Runde gerade vorbereitet werde, hätten sich bislang fast 4.000 Firmen um die auch begehrte Auszeichnung beworben. Darüber hinaus verleihe die nationale Wirtschaftskammer die "Polnische Qualitätsauszeichnung", und es gebe auch regionale Förderkampagnen, zum Beispiel in der Wojwodschaft Großpolen unter dem Slogan "Gut weil polnisch". (pom)

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