Polnisches Getreide fließt ab

Eine schwache Währung begünstigt Getreideexporte aus Polen. Vor allem nach Deutschland fließen Brot- und Futtergetreide. Am Dienstag registrierte die Europäische Zentralbank einen Umrechnungskurs von 4,23 Zloty/Euro. Vor einem Jahr hatte der Kurs 3,93 Zloty/Euro betragen. Das bedeutet, dass polnisches Getreide allein durch den Währungseinfluss im Euro-Raum 8 Prozent mehr erzielt als im September 2010. Entsprechend attraktiv sind Exporte vor allem nach Deutschland, beobachtet die Getreideerzeugervereinigung KFPZ. Dorthin gehen sowohl Brotgetreide, Futtergetreide und Getreide zur Herstellung von Bioethanol. Die Vereinigung warnt bereits, dass bei anhaltendem Abfluss des Getreides die polnischen Verarbeiter in einigen Monaten Importbedarf entwickeln könnten und möglicherweise zu noch höheren Preisen zukaufen müssten.

Eine aktuelle Ernteschätzung liegt für Polen nicht vor. Bisher deutet alles darauf hin, dass die Menge mit rund 27 Mio. t Getreide so hoch wie im Vorjahr ausfallen wird. Die Brotgetreidequalitäten haben jedoch in vielen Regionen durch anhaltenden Regen zur Erntezeit gelitten. (db)
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