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Die WTO-Mitgliedstaaten sind auf ihrer letzten Sitzung im WTO-Agrarausschuss vor der Ministerkonferenz im September in Cancun keinen Schritt weiter gekommen. Die Vertreter der einzelnen Länder wiederholten in dieser Woche in Genf im Ausschuss ihre größtenteils weit auseinander liegenden Positionen. Einige verlangten von der EU eine neue Verhandlungsposition nach dem Reformbeschluss. Die EU wies dieses Anliegen weit von sich und verlangte ihrerseits nun erst einmal Bewegung von den anderen. Die Kontroversen zwischen den WTO-Mitgliedstaaten bestehen seit dem Beginn der Doha-Entwicklungsrunde, ohne dass man sich aufeinander zubewegt hat. Als Knackpunkt der Verhandlungen kristallisiert sich mehr und mehr das Kapitel "Marktzugang" heraus. Die EU schlägt einen Zollabbau von durchschnittlich 36 Prozent vor, mit einer Mindestreduktion von 15 Prozent pro Produkt. Die Cairns-Gruppe möchte, dass vor allem Erzeugnisse mit hohen Einfuhrzöllen am stärksten in den Abbau einbezogen werden (Schweizer Formel). Stuart Harbinson, Vorsitzender des WTO-Agrarausschusses hat einen Zollabbau von durchschnittlich 60 Prozent vorgeschlagen. Möglicherweise wird man sich im mexikanischen Cancun auf der Ministerkonferenz in einem Spektrum zwischen 60 Prozent und 36 Prozent einigen müssen, wobei für die EU ein möglichst geringer Zollabbau pro Erzeugnis noch wichtiger ist als der Durchschnitt über alle Produkte hinweg. (Mö)
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