Auf Biegen und Brechen

Potash erwägt feindliche Übernahme von K+S


Kommt jetzt doch die feindliche Übernahme? Lader im K+S-Grubenbetrieb Hattorf-Wintershall
-- , Foto: K+S Aktiengesellschaft
Kommt jetzt doch die feindliche Übernahme? Lader im K+S-Grubenbetrieb Hattorf-Wintershall

Der kanadische Düngemittelhersteller Potash will sich Medienberichten zufolge das Kasseler Unternehmen unbedingt einverleiben – im Zweifel auch gegen den Willen von K+S. Laut einem Bericht des Handelsblatts hat Potash-Finanzchef Wayne Brownlee bei einem Treffen mit Brokern in Montreal durchblicken lassen, dass er im Zweifel auch den Weg der feindlichen Übernahme wählen werde. Ein Potash-Sprecher habe diese Möglichkeit ebenfalls nicht ausgeschlossen, hieß es. Zuletzt soll Potash zur Intensivierung seiner Kaufpläne noch eine dritte Investmentbank angeheuert haben, berichtet die FAZ.

Potash versucht seit Monaten, das Management von K+S zu Gesprächen zu bewegen – bislang vergeblich. Zuletzt haben die Kanadier unter Federführung von Vorstandschef Jochen Tilk und Finanzchef Brownlee ihr Angebot, 41 € je K+S-Aktie zu zahlen, Anfang August bekräftigt und ihrem informellen Schreiben eine Kooperationsvereinbarung beigefügt. Das Gebot bewertet K+S mit rund 10 Mrd. € einschließlich Schulden. Doch der K+S-Vorstand hatte die Offerte bereits mehrfach als zu niedrig zurückgewiesen. Dem K+S-Management zufolge fehlen verbindliche Zusagen zum Schutz der Interessen der weltweit mehr als 14.000 K+S-Beschäftigten. Die K+S-Aktie legte nach Bekanntwerden der neuen Pläne um drei Prozent auf gut 36 Euro zu.

Geheimtreffen in Wiesbaden

Wie das Handelsblatt weiter berichtet, hat der Potash-Vorstand erst vor zweieinhalb Wochen eine Reise in die hessische Staatskanzlei nach Wiesbaden unternommen, um über K+S zu sprechen. Potash habe weitgehende Standort- und Jobgarantien zugesagt. Staatssekretär Michael Bußer bestätigte zwar, dass es zwei Treffen der Landesregierung mit Verantwortlichen von Potash gegeben habe. Es sei dabei aber "ausdrücklich nicht" über eine feindliche Übernahme gesprochen worden. "Im Gegenteil: Potash hat seine konkreten Pläne in keinem Treffen offengelegt", betonte Bußer gegenüber ard.de. (sp)
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