Übernahmepoker

Potash wirbt um K+S


In die  Debatte um das Übernahmeangebot des kanadischen Unternehmens Potash Corporation für den Düngemittelhersteller K+S AG schaltet sich nun auch die Landtagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen in Hessen ein. Sie hat ein großes Interesse daran
an, dass K+S ein hessisches Unternehmen bleibt, Arbeitsplätze erhalten bleiben und in den Umweltschutz investiert wird. Die schwarz-grüne Regierungskoalition hat dazu einen Antrag in den hessischen Landtag eingebracht. Demnach soll K+S ein eigenständiges Unternehmen bleiben. Auch die SPD-Fraktion signalisiert Unterstützung.

Die hessischen Grünen hoffen auf ein Kartellverbot. „Es wird nicht so einfach gehen wie 1997, als das Bundeskartellamt das Fusionsvorhaben zwischen K+S und Potash untersagt hat", sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sigrun Erfurth. Die drei kanadischen Kali-Unternehmen der Vertriebsorganisation Canpotex bilden ein staatlich genehmigtes Kartell, dessen Wettbewerbsbeschränkungen sich im Falle einer Fusion auch auf Deutschland und die EU auswirken können. Hier könnte sich ein neuer Ansatz ergeben, so Erfurth. 

Gespräche mit der schwarz-grünen Landesregierung


Vor Kurzem kam es zu einem Zusammentreffen zwischen Vertretern von Potash und der hessischen Landesregierung. K+S habe im Nachgang des Treffens Unterlagen von Potash zur Standortsicherung und Arbeitsplätzen bekommen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen K+S-Sprecher. Die Prüfung habe keine neuen Erkenntnisse gebracht, so der Sprecher weiter. Auf dieser Grundlage sehe K+S keine Basis für weitere Gespräche. 


K+S lehnt die Potash-Offerte weiterhin ab. Es wird angenommen, dass Potash sein Angebot von 41 € je Aktie erhöhen wird. Nicht zuletzt, dass Potash Gespräche mit der hessischen Regierung führt, deutet darauf hin, dass Potash Zusagen zu Arbeitsplatzsicherung und Umweltschutz macht, um K+S zu schlucken. (da)

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