Aus dem Anbau von Eiweißpflanzen in Europa werde sich der Bedarf nicht decken lassen. Mit dieser Botschaft wenden sich heute Vertreter des Grain Clubs an den Deutschen Bundestag. Der Grain Club ist ein Zusammenschluss von Wirtschaftsverbänden aus Bereichen, die der Landwirtschaft vor- und nachgelagert sind.

Nur ein geringer Anteil an Proteinfuttermitteln könnte perspektivisch in Deutschland erzeugt werden. Haupteiweißlieferant für die Fütterung ist importiertes Soja vorrangig aus Ländern, die verstärkt auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen setzen. Darum spricht sich der Grain Club dafür aus, für Importe von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) für die Fütterung Rechtssicherheit zu schaffen. Das sei im Interesse einer ressourceneffizienten Fleisch-, Milch- und Eierproduktion in Deutschland und Europa.

Eiweiß sei besonders wichtig in der Geflügelzucht, aber auch in der Rinder- und Schweinehaltung. Der Selbstversorgungsgrad mit Eiweißfuttermitteln beträgt in der EU nur 30 Prozent und in Deutschland etwa 35 Prozent. Der Eiweißbedarf für die Tierfütterung in Deutschland und Europa lasse sich nicht mit Eigenprodukten wie heimischen Körnerleguminosen oder durch Sojaanbau in den Donauanrainerländern decken.

„Trotz aller züchterischer Anstrengung ist klar: Unser Klima in den gemäßigten Breiten wird kurz- und mittelfristig keine ausreichenden Ertragssteigerungen bei Eiweißpflanzen zulassen“, so Wilhelm F. Thywissen, Präsident des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) für die Verbändeallianz Grain Club.

„In punkto Wettbewerbsfähigkeit kann der heimische Leguminosenanbau nicht mit international produziertem Soja mithalten. Nicht zuletzt, weil Leguminosen auf gleicher Fläche weniger Eiweiß und Kohlenhydrate liefern als beispielsweise Weizen“, betont Thywissen. (brs)
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