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Diese Woche begann mit chaotischen Verhältnissen am Frühkartoffelmarkt. Aus Apulien wurde der Absturz der Großhandelsabgabepreise für Sieglinde aus Galatina bekannt. Binnen Wochenfrist halbierten sich die Kurse im Ursprung von 100,- auf 50,- DM/dt. Dies verursachte Unruhe und Unsicherheit am hiesigen Markt, der von einer solch einschneidenden Preisreduzierung letztendlich überrascht wurde. Zwar waren seit Mittwoch/Donnerstag vergangener Woche täglich Preisrücknahmen zu beobachten, doch solch drastische Veränderungen überraschten die Abnehmer dann doch.
Wie aus der Branche verlautet, seien in Galatina 50 Waggons mit Frühkartoffeln ohne feste Empfänger auf den Weg Richtung Deutschland gebracht worden, die das Desaster ausgelöst habe. Die eintreffende Ware aus Süditalien weise enorme Zuwächse in der Sortierung auf, heißt es in der Branche. Dies habe offensichtlich zu intensiven Rodungen und natürlich zu einem starken Mengenzuwachs geführt mit den bekannten Folgen. Der angekündigte Markteinstieg der Pfälzer sorgte zusätzlich für Hysterie, zumal Galatina die Konkurrenz der Pfälzer Grumbeere auf dem kleinen Marktsegment "Großmarkt" fürchtet. Dennoch bemängelt die Branche diese "kopflose" Reaktion der Italiener, die die eigentlich recht passablen Marktaussichten deutlich geschmälert haben. Rodebegrenzungen und/oder Zwischenlagerung des überschüssigen Angebotes in Kühlhäusern wären möglicherweise eine Alternative gewesen. Die Vermarktung in Apulien laufe seit drei bis vier Jahren sehr chaotisch und liege in zu vielen Händen, wird weiter beklagt. Eine sinnvolle Vermarktungsstruktur sei überfällig. (cd)

Hinweis: Agroonline informiert wöchentlich über die Entwicklungen an den deutschen und niederländischen Kartoffelmärkten unter der Rubrik Agro Exklusiv!
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