Preisabschläge für überlieferte Milch als Signal

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Die Lieferanten der Upländer Bauernmolkerei im nordhessischen Usseln wollen Preisabschläge für überlieferte Milch vornehmen. Mit diesem Vorschlag wollen sie das Problem der Übermengen angehen und ein Signal an den Branchengespräche in Berlin senden. Der Vorstand der Milcherzeugergemeinschaft im nordhessischen Usseln hat seinen Milchbauern vorgeschlagen, einen Preis-Abschlag auf diejenigen Milchlieferungen einzuführen, die den letzten Milchquoten-Erhöhungen von 2,5 Prozent sowie den Quoten-Überlieferungen einzelner Betriebe entsprechen. Vorgeschlagen ist ein Preisabschlag von 10 Cent je Kilogramm Mehrmenge.

„Die politisch beschlossenen Quotenerhöhungen gehen vollkommen am Markt vorbei. Die Molkereien finden für die Mehrmengen keine entsprechenden Abnehmer. Die Folge ist, dass der Milchpreis für die gesamte Milchmenge in den Keller gezogen wird. Auf sinkende Milchpreise reagieren einzelne Milchviehhalter wiederum mit einer Ausweitung ihrer Produktion, um das Einkommen zu halten. Diesen Kreislauf zu durchbrechen und einen Ausweg aus der Existenz bedrohenden Situation zu finden, ist das Ziel unserer Initiative“, erklärt der Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft Hessen, Josef Jacobi, selbst Milchbauer in Ostwestfalen. Die Molkerei unterstützt die Initiative der Bauern. Die Bäuerinnen und Bauern begreifen ihren Vorstoß auch als Aufforderung an den “Milchgipfel“ in Berlin. „Wir erwarten von den dort versammelten Entscheidungsträgern konkrete Ergebnisse für eine Flexibilisierung der Quotenregelung im Sinne einer bedarfsorientierten Mengenanpassung“, so Jacobi. (dg)

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