Trinkmilch

Preisanhebungen bringen wenig


Von der Bereitschaft einzelner Lebensmitteldiscounter höhere Preise für Trinkmilch zu erstatten geht nur eine sehr geringe Wirkung für den Erzeugerpreis aus. Würde bundesweit für Trinkmilch ein um 4 ct/kg über den tatsächlichen Marktverhältnissen liegender Preis gezahlt, könnten die Erzeuger im besten Fall mit einem um 0,5 ct/kg höheren Milchpreis rechnen, sagte Hans Holtorf, stellvertretender Präsident des Milchindustrieverbandes (MIV) heute in Leipzig.

Am Rande der Jahrestagung des MIV wies er darauf hin, dass in den verschiedenen Verwertungen der Milch die Trinkmilch nur einen Anteil von rund 16 Prozent ausmache. Für einzelne, auf die Herstellung von Trinkmilch spezialisierte Molkereien könnte die freiwillige Zahlung des Handels jedoch eine gewisse Bedeutung haben. Davon könnten auch deren Erzeuger profitieren. Bisher hätten sich jedoch nur zwei Unternehmen des LEH zu einem derartigen Schritt bereit erklärt. Damit entfalle die positive Wirkung für die Mehrheit der Erzeuger. Für auf Käse spezialisierte Unternehmen würden derartige Schritte sogar Wettbewerbsnachteile bedeuten, führte Holtorf aus. Denn diese seien mit bisher rückläufigen Preisen durch den LEH konfrontiert worden. (jst)
stats