EU-Schweinepreise

Preisdruck hält an

Wieder einmal ging der Druck maßgeblich von den deutschen Schlachtunternehmen aus, berichtet die ISN, die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands. Die Klagen über eine mangelnde Nachfrage im In- und Ausland seien unüberhörbar. Selbst der deutliche Preisrückgang der Notierung um 6 Cent habe einigen deutschen Schlachtunternehmen nicht ausgereicht, so dass sie ihre Auszahlungspreise sogar um 8 bzw. 9 Cent senkten.

Belgien (-7 Cent) und die Niederlande (-6 Cent) reagierten laut ISN in ähnlicher Größenordnung. Etwas moderater fiel der Preisrückgang in Dänemark mit einem Minus in Höhe von 4 Cent aus. Auch die Notierung in Österreich präsentiere sich aktuell relativ stabil gegenüber der deutschen Leitnotierung, berichten die Marktexperten der ISN. Während die deutschen Erzeuger einen Rückgang der Preise um mehr als 11 Cent in nur zwei Wochen hinnehmen mussten, summiert sich das Minus im südlichen Nachbarland auf nur 5 Cent. Auf annähernd 25 Cent habe sich inzwischen der Preisabstand zwischen der deutschen und der spani­schen Notierung erhöht. Niedrige Schlachtgewichte, ein geringes Angebot infolge der heißen Temperaturen und eine hohe Nachfrage durch die Touristen sorgten für Stabilität bei der spanischen Notierung.

Tendenz für den deutschen Markt: Die Meinungen über die weitere Entwicklung gehen aktuell auseinander. Während Viehvermarkter von einem abnehmenden Angebot berichten und Tendenzen einer Stabilisierung erkennen, versuchen Schlacht­unternehmen den Preisdruck aufrecht zu erhalten. Die überwiegend freundlichen Wetteraussichten für das kommende Wochenende könnten laut ISN die erhofften und nötigen Impulse zur Nachfragebelebung geben. So sein ein weiterer drastischer Preisrückgang unwahrscheinlich. (mrs)

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