Preishoch in Polen könnte böses Erwachen folgen

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So sehr sich polnische Landwirte über einen Anstieg der Fleischpreise seit dem EU-Beitritt freuen, so sehr wächst mittlerweile auch die Besorgnis, dass dem Preishoch ein böses Erwachen folgen könnte. Denn die polnischen Anbieter von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch laufen Gefahr, dass sie auf Grund der hohen Preise Absatzmöglichkeiten sowohl im Inland als auch auf angestammten Exportmärkten in Russland verlieren könnten, heißt es in einem Bericht von Agra Europe London. Seit dem 1. Mai sind die Fleischpreise in Polen um fast ein Viertel angestiegen. Grund sind seither mögliche Verkäufe von Fleisch nach Deutschland, wo das Preisniveau höher ist als in Polen. Und noch immer nehmen polnische Mäster den deutschen Preis als Messlatte, den sie auch erzielen wollen. Doch in dem Bericht von Agra Europe London wird gewarnt, dass die Nachfrage aus Deutschland ein schnelles Ende finden könnte. So gibt es auch schon Berichte, dass Animex, Polens größter Fleischverarbeiter, bereits preiswertere Schlachtschweine in Deutschland einkauft. So laufen polnische Anbieter von Schlachttieren Gefahr, dass sie am Ende des Preishochs zu den Verlieren gehören werden, weil ihnen dann Absatzmärkte weggebrochen sind. Denn die hohen Preise verringern jetzt schon den Inlandsabsatz in Polen. Auch für die russischen Importeure wird polnisches Fleisch zu teuer. Und in den westlichen Nachbarländern ist polnisches Fleisch nur solange gefragt, wie es ein Preisgefälle gibt. Und hier sorgt der Schweinezyklus erfahrungsgemäß für ein abruptes Ende von hohen Preisen. (db)
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