Raiffeisenverband

Preiskrise drückt die Umsätze

Politische und wirtschaftliche Unwägbarkeiten verlangen den Genossenschaften viel ab, stellte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbandes Dr. Henning Ehlers am Mittwoch beim Raiffeisentag in Berlin fest. Bewährte Konstellationen würden in Deutschland zunehmend in Frage gestellt. Als Beispiele nannte Ehlers die Themen Tierwohl, Düngung und Pflanzenschutz, aber auch, dass das Bundeskartellamt die Milchmarktkrise zum Anlass nahm, die "Satzungsautonomie der Molkereigenossenschaften in Abrede zu stellen".

Das Konzept und Geschäftsmodell der Genossenschaften sei modern, anpassungsfähig und vor allem innovativ. „Die Genossenschaften haben auch auf die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen die richtigen Antworten“, zeigte sich Ehlers zuversichtlich. Die 2.186 Genossenschaften unter dem Dach des DRV mit ihren 513.000 Eigentümern und 82.000 Mitarbeitern erzielten 2016 einen Gesamtumsatz von 60,1 Mrd. €. Das waren 2,6 Prozent weniger als 2015. Die Zahlen sind damit etwas besser ausgefallen, als in der im Februar veröffentlichten vorläufigen Rückschau auf das Jahr 2016.

Das Wirtschaftsjahr sei von einschneidenden Preisrückgängen bei pflanzlichen und tierischen Agrarrohstoffen, bei landwirtschaftlichen Betriebsmitteln sowie Mineralölprodukten gekennzeichnet gewesen. Deutlich waren die Rückgänge in der Milchwirtschaft (minus 5,5 Prozent), Warenwirtschaft (2,2 Prozent) und bei den Agrargenossenschaften (minus 7,4 Prozent). Die übrigen Sparten erreichten stabile Erlöse auf Vorjahresniveau. (SB)
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