Preisrückgang in Polen gestoppt

1

Mit dem Beginn der Getreideernte scheint in Polen der Rückgang der Getreidepreise gestoppt zu sein. Gründe sind die etwas verringerte Ernteschätzung, die nicht mehr ganz so starke polnische Währung sowie in Aussicht gestellte Kredite für Getreideaufkäufer. Die kürzlich veröffentlichte Ernteprognose des polnischen Landwirtschaftsministeriums von rund 26 Mio. t hat offenbar etwas Druck von den Getreidepreisen genommen. Denn eine solche Ernte deckt nicht ganz den Inlandsbedarf, so dass die hohen Bestände aus der vorausgegangenen Ernte abgebaut werden können. Die zurzeit gezahlten Preise liegen in Polen noch auf niedrigem Niveau. Die polnische Tageszeitung Rzeczpospolita berichtete am Wochenende von Großhandelspreisen für Backweizen von 390 Zloty/t, das sind umgerechnet etwa 94,70 €/t. Roggen notiert gerade bei 278 Zloty/t (67,50 €/t). In polnischer Währung liegen diese Preise um etwa 40 Prozent unter dem Niveau von Juli 2004. Allerdings lagen die Notierungen damals nur noch kurze Zeit so hoch und sind im weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2004/05 angesichts der riesigen polnischen und europäischen Ernte deutlich gefallen. Zweiter Grund für die im Jahresvergleich gesunkenen Preise ist die Stärke der polnischen Währung. Sie notierte im Juli 2004 noch bei etwa 4,40 Zl/€. Ende vergangener Woche lag der Kurs bei 4,12 Zl/€. Da die Währung aber im Juni 2005 noch stärker war und sich zuletzt etwas abgeschwächt hat, nimmt dies Druck von den polnischen Getreidepreisen. Schließlich hat der polnische Landwirtschaftsminister Jerzy Pilarczyk kürzlich angekündigt, für die Getreideaufkäufer verbillige Kredite zur Verfügung zu stellen, die allerdings noch von der EU-Kommission genehmigt werden müssen. (db)
stats