Liefervereinbarungen

Private Molkereien pochen auf Vertragsfreiheit

Entweder verhandeln die Molkereien mit Milcherzeugergemeinschaften oder direkt mit den Milchbauern. Nach Ansicht der Geschäftsführerin des VBPM, Susanne Nüssel, werden die Lieferbeziehungen in einem Zwischenbericht eines Verwaltungsverfahrens des Bundeskartellamtes "auf den Kopf gestellt." Sollten die Forderungen des Kartellamtes national umgesetzt werden, sieht Nüssel erhebliche Nachteile der deutschen Unternehmen gegenüber den Mitwettbewerbern in anderen EU-Ländern.

Nach Ansicht von VBPM-Präsident Robert Hofmeister hat sich die Lage am Milchmarkt zwar beruhigt, doch kommt die Branche nicht zur Ruhe. Preisbedingt ist die Milchmenge weltweit zurückgegangen und der internationale Markt hat sich erholt. Dafür ist vor allem die Entwicklung der Fettverwertung verantwortlich, dagegen steht der Eiweißbereich weiter unter Druck. Nach wie vor belasten zudem nichttarifäre Handelshemmnisse und politische Entscheidungen den Export. "Die von einigen Gruppierungen gewünschte Branchenorganisation hätten keinen Einfluss auf den Weltmarkt, birgt aber die Gefahr einer Reglementierung der deutschen Milchwirtschaft", so Hofmeister. Der Branchenorganisation wäre es über die Allgemeinverbindlichkeit möglich, die gesamte Branche etwa zu Abgaben zu zwingen, die zur Finanzierung von Marketingmaßnahmen genutzt werden könnten, befürchtet er.

Der VBPM vertritt die Interessen von rund 40 Mitgliedern. In Bayern nehmen die privaten Molkereien eine starke Stellung ein; sie verarbeiten mehr als 50 Prozent der etwa 8 Mio. t im Freistaat erzeugten Milch. (HH)
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