Wasseranalysen

Proben überschreiten Grenzwert

Wasser, das in den Haushalten der Verbraucher aus dem Hahn fließt, erfüllt nicht immer alle gesetzlichen Anforderungen. Eine aktuelle Auswertung von über 1.500 Wasserproben, die Konsumenten zur Untersuchung an das Fraunhofer-Institut gesandt haben, zeigt Überschreitungen von Grenzwerten vor allem für Schwermetalle und Nitrat auf. Im Rahmen einer Kooperation des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) und der österreichischen AQA GmbH wurden nun Ergebnisse aus landesweiten Trinkwasserproben, kurz Wasser-Checks, ausgewertet. Die Analyse zeigt, dass die Qualität, die beim Verbraucher im Wasserglas ankommt, nicht immer so ist wie sie sein sollte, teilt das IGB mit.

Hausleitungen Quelle für Metalleinträge

Jede sechste eingesandte und ausgewertete Wasserprobe enthielt Schwermetalle wie Nickel, Blei, Kupfer, Eisen oder Mangan in Konzentrationen über den erlaubten Werten. Diese Elemente werden hauptsächlich aus Hausleitungen und Armaturen in das Trinkwasser ausgeschwemmt, wenn das Material mit dem Wasser reagiert. Da oft Kupfer- oder verzinkte Rohre verlegt sind, teilweise auch immer noch Bleirohre oder verzinkte Rohre mit Cadmiumanteil, können sich Spuren dieser Schwermetalle lösen und die Trinkwasserqualität sowie den Geschmack wesentlich beeinflussen. So war beispielsweise bei nahezu jeder zehnten der am Fraunhofer IGB untersuchten Proben der Grenzwert für Nickel überschritten.

Zu hohe Nitratwerte

Drastische Überschreitungen der erlaubten Grenzwerte zeigen auch die Nitratkonzentrationen in  Hausbrunnen, so das Institut. Die analysierten Wasserproben der Hausbrunnen zeigten bei 15,9 Prozent erhöhte Nitratwerte auf. „Dabei ist vor allem bei Säuglingsnahrung auf die Einhaltung der Nitratgrenzwerte im Trinkwasser zu achten“, erläutert Diplom-Ingenieur Stephan Bruck, Geschäftsführer von AQA.

AQA und das Fraunhofer IGB bieten einen Wasser-Check für private Haushalte an. Das Testset und die Analyse kosten insgesamt 69 €. Der Konsument nimmt die Wasserprobe nach genauer Anleitung selbst und schickt die Probe an das Fraunhofer IGB. Analysiert werden die Proben auf 24 chemisch-physikalische Parameter, beispielsweise auf Metalle, Spurenelemente und Salze. Bewertet werden zudem Geruch, Trübung und Wasserhärte. Der Test soll in Zukunft um bakteriologische Untersuchungen auf eventuelle Keimbelastungen ergänzt werden. (SB)
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