Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland so viel Fleisch produziert wie nie zuvor. Von dieser Entwicklung profitierte auch die Fleischwarenindustrie. Der Umsatz stieg im zurückliegenden Jahr 2014 um 3 Prozent auf 18,16 Mrd. €, teilten der Verband der Fleischwirtschaft und der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie in einer gemeinsamen Mitteilung mit.

Mehr Wurstwaren produziert

Verbrauch in Deutschland stabil
Die Fleisch- und Fleischwareneinkäufe privater Haushalte nahmen hierzulande in sehr geringem Maße weiter ab. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1,5 Prozent weniger Fleisch (inklusive Geflügel und Wurst) von Privathaushalten erworben als im Vorjahr. Grund hierfür ist vor allem, dass immer weniger zu Hause gekocht und zunehmend Außer-Haus gegessen wird. So ist nämlich der gesamte Fleischverbrauch in Deutschland in den vergangenen drei Jahren nahezu konstant.
Nach einem vor allem durch das zeitweise hohe Preisniveau begründeten Minus von 1,1 Prozent im Jahr 2013 konnte die industrielle Produktion von Roh-, Brüh- und Kochwurst im zurückliegenden Jahr leicht um 0,7 Prozent auf 1,47 Mrd. € zulegen. Insgesamt wurden 1,47 Mio. t Wurstwaren hergestellt. Mit 4,2 Mio. t konnten die Fleisch- und Fleischwaren-Exporte um 3,7 Prozent gesteigert werden. Die Exporterlöse gingen hingegen aufgrund der niedrigeren Rohstoffpreise um knapp 2 Prozent auf 9,6 Mrd. € zurück. Von der Exportmenge entfielen 12,8 Prozent auf Fleischwaren (Würste und Fleischzubereitungen). Die deutsche Fleischwarenindustrie konnte damit ihren Anteil am Gesamtexport des Fleischsektors erneut steigern (Vorjahr 12,3 Prozent).

Exportförderung zahlt sich aus

Trotz schwieriger Bedingungen bei den Veterinärregelungen mit bestimmten Drittländern und der kompletten Sperre Russlands aufgrund der Afrikanischen Schweinepest im Osten der EU ab Februar 2014 nahm das Drittlandsvolumen bei frischem und gefrorenem Fleisch mit 292.000 t nur um knapp 25.000 t ab, wurde aber durch die gestiegenen Lieferungen in EU-Länder überkompensiert. Erneut zugenommen hat der Export nach China auf 83.000 t. Den größten Zuwachs gab es bei den Lieferungen nach Südkorea, von 36.000 t auf 66.000 t. Drittstärkster Abnehmer außerhalb der EU sind die Philippinen mit 30.000 t (plus 19.000 t). Ferner hat sich die Menge, die nach Japan exportiert wurde, um fast 130 Prozent auf 13.000 t erhöht.

Insgesamt habe sich die Struktur der Exportziele außerhalb der EU erheblich differenziert, so die Verbände. Wichtige Zielländer sind auch Südafrika (9.400 t), die Demokratische Republik Kongo (9.100 t), Malaysia (6.000 t), die Elfenbeinküste (4.600 t) und die Schweiz (4.400 t). Ein Großteil der erzielten Erfolge sei auf die Tätigkeit der Exportförderorganisation German Meat zurückzuführen.

Die Ausfuhr von frischem und gefrorenem Rindfleisch ist um 2,5 Prozent auf 325.000 t gestiegen. Der mit Abstand größte Teil dieser Lieferungen (90 Prozent) ging in EU-Mitgliedsstaaten. Das Volumen des Drittlandsexports war im Jahr 2014 mit 31.500 t etwa 11 Prozent höher als 2013. Wichtigstes Zielland ist weiterhin die Schweiz mit nahezu konstanten 12.600 t. (az)
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