Die Vollmacht von rund 15.000 Gläubigern wurden auf der Gläubigerversammlung des insolventen Unternehmen Prokon für unwirksam erklärt. Laut NDR hatte eine Rechtspflegerin dies auf Antrag der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger (SdK) veranlasst. Die Stimmen seien von einem Vertrauten des früheren Prokon-Chefs Carsten Rodbertus eingesammelt worden und es hätte dadurch zu einem nicht zulässigen Interessenkonflikt kommen können, so die Begründung.

Rodbertus hat die Hoffnung für seine Firma noch nicht aufgegeben, will aber nach Informationen des NDR nicht mehr Geschäftsführer sein. Er bringt allerdings einen Gegenkandidaten zu Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin ins Spiel, der das Unternehmen als Ganzes erhalten wolle. Den Anlegern verspricht er eine Rückzahlung der Einlagen in fast voller Höhe.

Bei dem heutigen Termin soll über den Insolvenzplan abgestimmt werden. Das Amtsgericht Itzehoe hatte Anfang Mai das Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet. Rund 75.000 Anleger hatten 1,4 Mrd. € bei der Windfirma investiert, da die Renditeversprechen sehr hoch waren. Der Insolvenzverwalter Penzlin rechnet damit, dass die Anleger zwischen 40 und 70 Prozent ihres Kapitals verlieren könnten. (hed)
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