Putin appelliert an Nachbarländer


Der russische Premierminister Wladimir Putin fordert Kasachstan und Weißrussland auf, ebenfalls die Getreideexporte zu unterbinden. Ein Stopp der kasachischen Exporte hätte Wirkung auf den Weltmarkt. In Kasachstan ist in diesem Jahr nach der jüngsten offiziellen Schätzung eine Getreideernte von 13,5 Mio. t zu erwarten. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr würde 41 Prozent betragen. Dessen ungeachtet hat die Regierung in Astana bislang wiederholt betont, dass Kasachstan sich als Weizenexporteur auf dem Weltmarkt behaupten wolle. Hohe Vorräte sollen die geringe Ernte kompensieren. Zurzeit strebt die kasachische Führung 2010/11 nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur Kazinform Exporte von mindestens 6,5 Mio. t Getreide an. Im Vorjahr hatte das Land nach den Statistiken des Internationalen Getreiderats IGC 8,2 Mio. t Getreide exportiert, das meiste davon Weizen.

Weißrussland spielt unterdessen im internationalen Getreidehandel kaum eine Rolle. Die Erzeugung deckt etwa den Inlandsbedarf. In diesem Jahr sollen einige Mengen Roggen nach Russland verkauft werden, meldet die offizielle Nachrichtenagentur Belta. Ingesamt dürfte das Getreideexportpotenzial Weißrusslands allerdings begrenzt sein. Offiziell soll 2010 mit etwa 8 Mio. t Getreide zwar die gleiche Menge wie im Vorjahr geerntet werden. Daran gibt es jedoch erhebliche Zweifel, nachdem bereits die weißrussische Rapsernte 2010 voraussichtlich um 40 Prozent kleiner ausfällt als im Vorjahr. (db)
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