Putin erwartet extreme Ernteeinbußen


Katastrophal niedrig ist die neueste Prognose zur russischen Getreideernte 2010. Ministerpräsident Wladimir Putin rechnet mit gewaltigen Einbußen. Nur noch 60 Mio. t Getreide erwartet die russische Regierung dieses Jahr. Bislang hieß es offiziell, dass die Ernte vermutlich unter die Marke von 70 Mio. t fällt. Putin hat die Schätzung von 60 Mio. t heute bekannt gegeben, um des Exportstopp für Getreide zu verteidigen. "Mit einer baldigen Abschaffung des Einfuhrverbots für Getreide ist daher nicht zu rechnen", zitiert ihn die Nachrichtenagentur Ria Novosti.

Eine Ernte von 60 Mio. t Getreide würde einen Rückgang um fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Theoretisch würde diese Menge gar keine russischen Exporte mehr zulassen. Denn bisher hatte das Agrarministerium den Inlandsverbrauch mit 77 Mio. t beziffert. Die Vorräte aus der alten Ernte sollen reichlich 20 Mio. t betragen, davon lagert etwa die Hälfte in staatlichen Interventionsbeständen. (db)
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