Bioökonomie

Putzen mit Biothanol aus Stroh


Sunliquid-Technologie
Bei Sunliquid handelt es sich um ein innovatives, biotechnologisches Verfahren, um aus Pflanzenreststoffen wie Getreide- oder Maisstroh Bioethanol der 2. Generation herzustellen, sogenannten "Zellulose-Ethanol". Der Prozess wandelt die schwer zugängliche C5- und C6-Zucker, die in diesem Pflanzenmaterial enthalten sind, beinahe vollständig in Ethanol um. Die Rohstoffe treten nicht in Konkurrenz zu Nutz- und Futtermittelpflanzen, sondern entstehen weltweit in ausreichender Menge als Nebenprodukt der heutigen Landwirtschaft.
Ein Putzmittel der Marke Frosch enthält Bioethanol der aus Stroh gewonnen wurde. Die kommerzielle Nutzung von Bioethanol der 2. Generation ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit des Spezialchemieunternehmens Clariant und dem Putzmittelproduzenten Werner & Mertz, dem Hersteller von Frosch-Produkten. Seit Anfang des Jahres wird Sunliquid-Bio-Ethanol im Frosch Bio-Spiritus Multiflächen-Reiniger eingesetzt, teilen die Unternehmen mit. Dafür lieferte Clariant bereits Ende 2015 den Zellulose-Ethanol aus ihrer vorkommerziellen Anlage in Straubing, in der im Jahr bis zu 1.000 t Zellulose-Ethanol mithilfe des Sunliquid-Verfahrens hergestellt werden.

„Die Kooperation mit Werner & Mertz demonstriert einmal mehr, dass Produkte auf reiner Agrarreststoffbasis, die ohne den Einsatz fossiler Energieträger hergestellt werden und nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen, auch in der Konsumgüterbranche an Relevanz gewinnen”, so Prof. Andre Koltermann, Leiter Group Biotechnology bei Clariant. Zellulose-Ethanol sei bei der Herstellung nahezu CO2-neutral, spare also im Vergleich zu synthetischem Ethanol aus fossilen Ressourcen bis zu 95 Prozent CO2-Emissionen. Gleichzeitig werde er aus heimischen Reststoffen hergestellt und stehe dabei nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder um Anbauflächen, betonen die Unternehmen. (SB)
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