1

Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, hat auf der 5. Sitzung des Kuratoriums für Qualität und Sicherheit (QS) die Mitarbeit des Tierschutzbundes an der Weiterentwicklung und Umsetzung des QS-Systems "aufgekündigt", teilte die QS GmbH, Bonn, mit. Das QS-Kuratorium bedauere den Rückzug des Deutschen Tierschutzbundes von der Mitarbeit bei der breiten Umsetzung von QS. Nicht ein Gegeneinander, sondern nur ein Miteinander könne die seit Jahren vom Tierschutzbund eingeforderten Veränderungen bei der Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere schrittweise in die tägliche Praxis der Tierhaltung einführen. Das Bedauern durch das Kuratorium beziehe sich nicht nur auf die Aufkündigung selbst, sondern insbesondere auf das zu Grunde liegende Missverständnis über die Ziele des QS-Systems und darüber, was diese stufenübergreifende Sicherheitspartnerschaft in den ersten Jahren seines Bestehens leisten könne.

"Das QS-Siegel hat mit Tierschutz nichts zu tun und suggeriert dem Verbraucher das Gegenteil", wird Apel in einer Information des Tierschutzbundes zitiert. Zwar werbe QS damit, tier- und umweltgerecht zu sein. Doch müssen bei der Tierhaltung nur die völlig ungenügenden gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt werden, die ohnehin jeder Tierzüchter und Tierhalter in Deutschland einhalten müsse. Eine Bereitschaft, über die Mindestanforderungen hinaus zu gehen und die QS-Standards auch nur im Ansatz tiergerecht zu gestalten, lasse sich nicht erkennen, so Apel. (ED)

stats