Quotenrückgabe zu niedrig


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Die Reform der EU-Zuckermarktordnung führt nicht zum gewünschten Abbau der Überschüsse. Deutschland und Österreich schlugen deshalb auf dem EU-Agrarministerrat am Dienstag in Brüssel vorrübergehende Quotenkürzungen in allen EU-Mitgliedstaaten vor. Mit der vorbeugenden Maßnahme sollen teure Zuckerüberschüsse vermieden werden, die jetzt schon abzusehen sind. Bis Ende Januar können die Mitgliedstaaten noch gegen eine hohe Prämie von 730 €/t Quoten zurückgeben. Der Rücklauf ist nach Ansicht von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel erschreckend niedrig. Zu den 1 Mio. t aus dem Vorjahr kommen diesmal wahrscheinlich nur weitere 1 Mio. t hinzu. Es fehlten damit 3,5 Mio. t an Quotenrückgabe in der EU, warnte die Kommissarin am Montag in Brüssel. Sie droht mit einer dauerhaften Kürzung der überschüssigen Menge gleichmäßig über alle Mitgliedstaaten hinweg, auch wenn dies dem Reformziel widerspreche. Mit der Reform sollte schließlich die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Zuckererzeugung verbessert werden. Die von Deutschland und Österreich vorgeschlagene nur vorübergehende Kürzung der Quote ist in der reformierten Marktordnung als Instrument nicht vorgesehen. (Mö)
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