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Für eine Verlängerung der Übergangsfrist für die herkömmliche Käfighaltung bis Ende 2009, die Zulassung der tiergerechten Kleingruppenhaltung und eine Weiterentwicklung alternativer Haltungsverfahren für Legehennen hat sich der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, in einer Mitteilung ausgesprochen. Hintergrund ist die Sitzung des Bundesrates am Freitag dieser Woche, auf der sich die Ministerpräsidenten der Länder mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung befassen werden. Die Käfighaltung ist nach dem derzeit gültigen Recht ab Ende 2006 - und damit fünf Jahre früher als in der Europäischen Union - in Deutschland verboten. Anders als in anderen europäischen Ländern ist darüber hinaus ab 2012 auch die Kleingruppenhaltung für Legehennen nicht zugelassen.

„Derartige nationale Alleingänge im gemeinsamen Binnenmarkt schaden unseren landwirtschaftlichen Betrieben massiv. Gegenüber den Wettbewerbern aus dem europäischen Ausland werden sie deutlich benachteiligt“, sagte Decker. Die bereits stattfindende Verlagerung der Eier-Produktion in Länder mit niedrigeren Tierschutzstandards nütze weder dem Tier- noch dem Verbraucherschutz. „Es kann nicht im Sinne des Tierschutzes sein, wenn die Eierproduktion ins Ausland abwandert und wir die dort in herkömmlichen Käfigen erzeugten Eier importieren“, sagte Decker. Entscheidend sei, den landwirtschaftlichen Betrieben Marktanteile und eine Perspektive in immer weiter liberalisierten Märkten zu erhalten. (ED)

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