RWE erzeugt Gas und Strom aus Gülle

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Der Energie-Konzern RWE, mit Hauptsitz in Essen, möchte bis 2013 in Deutschland zehn Biogasanlagen in der Größenordnung von fünf bis zehn Megawatt (MW) errichten. Diese Anlagen sollen überwiegend mit Gülle betrieben werden. Die Verwertung von landwirtschaftlichen Hauptfrüchten wie Mais oder Getreide ist dagegen im Nutzungskonzept ausgeschlossen. Das Verfahren sei neu und aufwendiger als bei herkömmlicher Technik, erklärt Innogy-Chef Professor Fritz Vahrenholt. Die RWE-Tochter RWE Innogy hat bereits einen entsprechenden Kooperationsvertrag mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband abgeschlossen. Damit schließe erstmals ein großer Energiekonzern ein Joint Venture mit den Landwirten. Die Biogasanlage werde von Innogy betrieben. Die Bauern seien Anteilseigner. "Wir haben Interesse an einer langfristigen Geschäftsbeziehung", so Vahrenholt. Der Strom werde nach EEG-Vergütung in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Biogas, das zu Erdgasqualität aufbereitet werden muss, wird zu den üblichen Marktpreisen an Kunden verkauft. In einer Fabrikationsanlage soll aus den Gärresten Dünger mit hohen Phosphatanteilen hergestellt werden. Die Düngerherstellung sollen die Landwirte direkt übernehmen. Die Kosten für das Investitionsprogramm beziffert Vahrenholt auf etwa 150 Mio.€. Der Baubeginn der ersten Pilotanlage im Münsterland ist für September dieses Jahres geplant. (HH)
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