Gartenbau

RWZ findet weiteren Partner

Die beiden Genossenschaften Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) und Landgard eG wollen ihr Profi-Gartenbaugeschäft stärken. Dazu beabsichtigen sie ihre Gartenbaubedarfsaktivitäten in ein Joint Venture einzubringen, teilt die RWZ mit. So könnten sich beide Unternehmen stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren. Die Pläne stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes.

Konzentration auf das Kerngeschäft
Durch Kooperationen und Verkäufe will die RWZ ihre Unternehmensstruktur straffen, sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und so wie Eigenständigkeit des Unternehmens wahren. Bei den Raiffeisenmärkten ist die RWZ eine Kooperation mit der Agravis eingegangen. 16 Märkte werden in Zukunft an die Agravis verpachtet und von ihr betrieben. 50 weitere Märkte wird die Agravis als Großhändler beliefern.

Komplett trennen will sich die RWZ von der Mischfutter-Herstellung. Die beiden Werke in Neuss und Wiesbaden sollen an die Agravis verkauft werden. Eine Entscheidung der RWZ-Gremien zum Verkauf steht noch aus, wird aber in Kürze erwartet. (SB)
Die Genossenschaften wollen sich mit dem Joint Venture in einem stagnierenden und von einem fortschreitenden Strukturwandel und hohem Wettbewerbsdruck geprägten Markt für den Profi-Gartenbau behaupten. Schwerpunkte des Angebotes sollen in den Bereichen Töpfe/Verpackung, Erden/Substrate, Dünger/Nährsalze, Saatgut/Jungpflanzen, Werkzeug/Technik, Pflanzenschutz und Bedarfsartikel liegen. „Mit Landgard als Partner haben wir nun die große Chance, durch kosten- und leistungsseitige Synergien aus dem gemeinsamen Verbund unsere Zukunftsfähigkeit in einem harten, auch aus dem benachbarten Ausland zu uns hereindrängenden Wettbewerb zu sichern“, so Christoph Kempkes, Vorstandsvorsitzender der RWZ. Landgard könne sich durch das Joint Venture auf sein Kerngeschäft konzentrieren, die Vermarktung der in den Mitgliedsbetrieben produzierten Blumen, Pflanzen, Obst und Gemüse, so Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG.

Die RWZ bringt in das Joint Venture ihr Profi-Gartenbaugeschäft am Niederrhein ein, welches derzeit noch über die STE-BE Jungpflanzen- und Gärtnereibedarfsartikel-Vertrieb GmbH in Korschenbroich, die STE-BE/Siegardie sowie die RWZ-Betriebsstellen Straelen-Holt, Geldern-Lüllingen und den Blumengroßmarkt in Köln abgewickelt wird. Die übrigen Gartenbau-Standorte im RWZ-Vertriebsgebiet werden als Großhandelskunden von dem gemeinsamen Unternehmen betreut. Von Seiten Landgard wird der Bereich Gartenbaubedarf, ein aktuelles Profit Center der Landgard Blumen & Pflanzen GmbH, mit den Hauptstandorten Lüllingen, Wiesmoor, Dresden, Neuss und Roisdorf Teil des neuen Gemeinschaftsunternehmens.

Das Joint Venture mit einem Umsatzvolumen von zusammen rund 50 Mio. € werde bundesweit tätig sein. Bis zum Spätsommer 2017 sollen die Pläne umgesetzt werden. Die Mehrheitsanteile werden bei der RWZ liegen. (SB)
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