Rabobank erwartet wenig Weizen aus Russland

Kaum jemand wagt zurzeit eine Prognose, wie stark die russischen Ausfälle das globale Weizenangebot beschränken. Die Agraranalysten der Rabobank schätzen den Ernterückgang in Russland auf ein Viertel. Die Analysten der niederländischen Bank können sich vorstellen, dass die globale Weizenerzeugung 2010/11 auf 644 Mio. t sinken könnte. In der Vorwoche hatte die internationale Landwirtschaftsorganisation FAO noch eine Menge von 651 Mio. t prognostiziert.

Die Rabobank erwartet die größten Einbußen in Russland. Dort könnte die Erzeugung in diesem Jahr auf nur 45 Mio. t Weizen sinken. Das entspricht einem Rückgang um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die russischen Weizenexporte 2010/11 könnten sogar auf unter 7 Mio. t schrumpfen. Das wäre gerade ein Drittel des Vorjahresniveaus.

Die Rabobank weist außerdem darauf hin, dass selbst bei eingeschränkten Exporten die Futtergetreideversorgung in Russland äußerst knapp sein wird. Denn der Verbrauch ist in den vergangenen Jahren vor allem in der Schweine- und Hähnchenmast stark gestiegen, weil die Regierung in Moskau Anreize gesetzt hat, die Selbstversorgung mit Fleisch zu erhöhen. (db)
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