In der EU-27 zeichnet sich eine erneut schwache Rapsernte ab. Hoher Importbedarf wird voraussichtlich auch die kommende Saison bestimmen. Auf etwa 19,5 Mio. t Raps und damit kaum mehr als im schwachen Vorjahr schätzt Oil World die Ernte 2012. Diese erste Prognose begründet der Branchendienst vor allem mit der kleineren Anbaufläche. Hinzu kommen wahrscheinlich Auswinterungen, die allerdings weniger die Hauptanbauländer Deutschland und Frankreich, sondern mehr kleinere Anbauregionen in Südosteuropa getroffen haben. Damit bleibt die EU in der Saison 2012/13 auf umfangreiche Zukäufe von Raps oder Rapsöl angewiesen, erwartet Oil World.

Die Rapsimporte in der laufenden Saison schätzt Oil World auf etwa 3,2 Mio. t. Zum Vergleich: Die deutsche Ernte 2011 hat 3,8 Mio. t gebracht. Hauptlieferland 2011/12 für die EU ist Australien, wo im Winter eine sehr hohe Ernte eingebracht worden ist.
Die Rapsversorgung bleibt aber zurzeit knapp. Die Ölmühlen in der EU, allen voran die deutschen Standorte, drosseln die Verarbeitung. Der Branchendienst rechnet 2011/12 mit einem Rückgang von etwa 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nur ein Teil der fehlenden Rapsmenge kann durch eine höhere Verarbeitung von Sonnenblumen ausgeglichen werden. (db)
stats