Report DLG-Feldtage

Raps harmoniert mit Leguminosen


Im Dreiklang: So kräftig präsentiert sich Raps bis Mitte November, wenn Klee und Wicke mit ausgesät werden. Zu den DLG-Feldtagen zeigt Rudloff Feldsaaten die Pflanzenentwicklung in einem Sommerrapsbestand.
-- , Foto: Rudloff
Im Dreiklang: So kräftig präsentiert sich Raps bis Mitte November, wenn Klee und Wicke mit ausgesät werden. Zu den DLG-Feldtagen zeigt Rudloff Feldsaaten die Pflanzenentwicklung in einem Sommerrapsbestand.

Im vierten Jahr wächst in Deutschland Raps mit der Untersaat „RapsPro“. Es handelt sich um eine Mischung aus Wicken und Alexandrinerklee, die zur Ernte 2016 auf etwa 5000ha gesät worden ist. Zur bevorstehenden Aussaat könnte die Fläche auf 20000ha anwachsen, lautet das ehrgeizige Ziel von Paul Ebke-Kiel, einer der Geschäftsführer von Rudloff Feldsaaten.

Entwicklungsbedarf besteht nach seiner Einschätzung noch für die Bestelltechnik. „Wir arbeiten intensiv mit Technikanbietern zusammen, um die Aussaat zu optimieren“, macht Ebke-Kiel den Landwirten Hoffnung. Lösungen wird Rudloff Feldsaaten zu den DLG-Feldtagen auf einem Gemeinschaftsstand (VN35) mit dem auf Direktsaaten spezialisierten Hersteller Claydon präsentieren. Dort ist zu Demonstrationszwecken Sommerraps mit Untersaat ausgesät worden.

Weitgehend problemlos ist für Landwirte dagegen das Herbizidmanagement. Praxiserfahrungen zeigen, dass sich zur Herbstbehandlung mit reduzierten Aufwandmengen arbeiten lässt. Anschließend entscheidet die Witterung über die Strategie. Friert die Untersaat über Winter nicht ab, kann sie im Frühjahr mit einem einfachen Rapsherbizid wie Effigo oder Lontrel ausgeschaltet werden. In der Regel sinke der Herbizidaufwand, versichert Ebke-Kiel.

Die Untersaat vermindert vielfach auch den Befall mit Rapsschädlingen. Die Wirkung der Leguminosen beruht nach derzeitigem Kenntnisstand darauf, dass sie eine Barriere zwischen Boden und Rapspflanzen bilden und so Erdflöhe vom Einwandern in den Bestand abhalten. Außerdem überdecken die Leguminosen offenbar zum Teil den Rapsgeruch, sodass fliegende Insekten wie der Stängelrüssler den Bestand nicht mehr so leicht als Rapsfläche identifizieren können.

Schließlich hilft die Untersaat, die Nmin-Gehalte zu kontrollieren. Die Leguminosen bilden vor dem Winter zwar keine Knöllchenbakterien aus und binden somit auch keinen Luftstickstoff. Sie fixieren aber Stickstoff aus dem Boden, der dann ab Vegetationsbeginn mineralisiert wird und dem Rapsbestand als zusätzliche N-Quelle zur Verfügung steht. „30 Kilogramm Stickstoff pro Hektar kann man vor der Auswaschung bewahren“, berichtet Ebke-Kiel.

Nach seinen Angaben haben Landwirte in Deutschland mit dem „RapsPro“-System Mehrerträge von bis zu 3 dt/ha gedroschen. Doch selbst bei geringeren Ertragsvorteilen rechne sich das System durch die agronomischen Vorteile. Die Saatgutkosten von rund 70 €/ha seien in jedem Fall gedeckt, betont der Geschäftsführer der Rudloff Feldsaaten.

Die Untersaaten in Raps stehen in ganz Deutschland. Die Offizialberatung begleitet den Anbau mit eigenen Versuchen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In Nordrhein-Westfalen untersucht zudem die Kooperation Landwirtschaft-Wasserwirtschaft Möglichkeiten, mit diesem System den Nitrateintrag zu senken. (db)
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