Anbau 2040

Raps kämpft mit Resistenzen


Ein großes Problem für den Anbau von Raps in der Zukunft ist die geringere Verfügbarkeit von Pflanzenschutzwirkstoffen. Gegen den Rapserdfloh bilden sich zunehmend im Nord- und Nordostdeutschland Resistenzen heraus. Auch Ackerfuchsschwanz bereitet den Rapsbauern in Ostdeutschland, der einstigen „Insel der Glückseligen“ auf dem Gebiet, zunehmend Sorgen. „Dort gibt es erhebliche Probleme mit Herbizidresistenzen“, sagte Prof. Bernhard Schäfer von der Fachhochschule Südwestfalen in Soest auf dem „Zukunftsforum 2040“ anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) am Dienstag in Berlin.

Diese Probleme würden künftig vor allem die Pflanzenzüchter lösen, zeigte sich Schäfer überzeugt: Denn schon heute liegen die Aufwendungen für Forschung deutlich über jenen der Pflanzenschützer. Auch eine „Renaissance der Fruchtfolge“ könne dem Resistenzdruck entgegenwirken: „Der Pflanzenschutz braucht immer mehr Unterstützung durch Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung“, betonte Schäfer.

Restriktive Düngung wird Pflicht

Als weiteres Problem für den Anbau von Raps identifiziert Schäfer das Problem der Stickstoffüberschüsse, das nicht zuletzt mit der anstehenden Reform der Düngeverordnung aktuell verstärkt Thema in der Landwirtschaft ist. Hier seien wiederum die Züchter gefordert, die N-Aufnahme von Raps zu verbessern. Auch neue Ansätze in der Ausbringung von Dünger, etwa durch die Anwendung von N-Sensoren im Bereich des Smart Farming und somit die teilflächenspezifische Düngung, können ihren Beitrag leisten.

Als Wachstumsfeld – auch für die künftige Lobbyarbeit der Ufop – machte Schäfer den Anbau von Körnerleguminosen wie der Ackerbohne und Erbse aus. Diese Früchte erführen politische Unterstützung durch die Eiweißstrategien der Bundesländer und auf EU-Ebene durch das Greening. Auch namhafte Mühlen signalisierten steigendes Interesse an der Vermahlung solcher Früchte. (pio)
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