Raps macht sich in der EU rar

Weiter nach unten schraubt Oil World die Erwartung zur EU-Rapsernte. Bereits vor zwei Wochen hat der Branchendienst von einem „Desaster" gesprochen. Jetzt geht Oil World nur noch von einer EU-Erzeugung 2012 von 18,2 Mio. t Raps aus. Das wären noch einmal 300.000 t weniger als die bereits pessimistische Schätzung von vor zwei Wochen. Gegenüber dem bereits schwachen Vorjahresergebnis würde die Menge um 900.000 t abfallen. Fast alle Rapserzeugungsländer, allen voran Deutschland und Frankreich, aber auch Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien, erwarten kleinere Ernten. Lediglich in England sieht es gut aus. Dort hat der Raps auf größerer Anbaufläche den Winter gut überstanden, und nach ergiebigen Regenfällen im April sind auch Befürchtungen über Trockenschäden vorerst verflogen.

Oil World hat bislang schon auf die wohl sehr enge EU-Rapsversorgung 2012/13 hingewiesen. Der Importbedarf wird bei der niedrigeren Ernteerwartung noch größer. Die Auswahl der Herkünfte ist jedoch begrenzt. Die Liefermöglichkeiten aus der Ukraine sind klein, weil dort Raps auf 40 Prozent der Fläche ausgewintert sein soll. Um das Exportangebot, das ab Herbst 2012 aus Kanada zu erwarten ist, und Lieferungen aus Australien ab Anfang 2013, konkurrieren zahlreiche Abnehmer am Weltmarkt. (db)
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