Natürlich hängen die künftigen Marktentwicklungen in vielen Anbauregionen vom Wetter ab. Doch schon jetzt deutet sich an, dass pflanzliche Öle weltweit gefragt sind, bei El Niño sogar knapp sein können. Dass davon Rapsöl und damit der Raps insgesamt besonders stark profitieren wird, davon ist Thomas Mielke vom Branchendienst Oilworld überzeugt.

Daran änderten die großen weltweiten Produktionsmengen von Sojabohnen nichts, erklärte er beim Rapool-Pressegespräch in Hohenlieth. Denn die Sojabohne sei eigentlich keine Ölfrucht. Bei der Ölpressung fällt eine große Menge an Sojaschrot an.

Zum weltweiten Ölmarkt trägt Sojaöl 23 Prozent bei, aber 63 Prozent des weltweiten Schrotmarktes mache Sojaschrot aus, das im Kurs fällt. Daher müsste das Sojaöl eigentlich einen wesentlich höheren Anteil an der Crush-Marge einbringen. Das sei in Zeiten niedriger Erdölpreise schwierig.

Mielke sieht den jüngsten Anstieg der Rapsölnotierung als Beginn einer länger anhaltenden Aufwertung. Hinzu komme die Erwartung, dass in Deutschland und Europa in diesem Jahr rund 2 Mio. t weniger Raps geerntet werden als im vorigen Jahr. Attraktive Rapspreise werden für den Anbau dieser Ölfrucht im Herbst sprechen, ist er überzeugt. Auch im Vergleich zu Getreide mache die Ölfrucht eine gute Figur.

Entscheidend für den internationalen Ölmarkt sei nun die Wetterlage in Asien. Wenn Trockenheit die Palmölproduktion begrenzt, werden pflanzliche Öle einen eindeutigen Aufwärtstrend erleben. (brs)
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