Insgesamt belaufen sich die Kosten der europäischen Rapsindustrie durch das Verbot der neonicotinoiden Beizen auf 900 Mio. €. Allein 350 Mio. € davon sind die Umsatzverluste, die Rapserzeuger erleiden, weil Insekten bereits im Herbst die jungen Rapspflanzen schädigen. Weitere 120 Mio. € müssen die Erzeuger aufwenden, um jetzt mit Behandlung der jungen Bestände den Rapserdfloh zu bekämpfen. Gegen die Kleine Kohlfliege sind die Behandlungen wirkungslos. Die Studie vom Forschungsinstitut HFFA Research GmbH wurde am Mittwoch in Brüssel vorgestellt.
Zusatzkosten durch Verluste
Marktumsatzverluste:
350 Mio. €
Umsatzeinbußen wegen mangelnder Qualität:
50 Mio. €
Produktionsmehrkosten:
120 Mio. €
Einbußen in vor- und nachgelagerten Produktionszweigen:
360 Mio. €
(az)


Die Anbieter von Rapssaatgut arbeiten seit Jahren daran, dass von den Beizmitteln so wenig Umweltbeeinträchtigungen ausgehen wie möglich. Darauf weist Andreas Baer von der Norddeutschen Pflanzenzucht (NPZ) gegenüber der agrarzeitung (az) hin. In den vergangenen Jahren konnte der ohnehin sehr geringe Staubabrieb von Rapssaatgut weiter reduziert werden von 2 g Staub/ha auf 0,05 g Staub/ha. Zudem wird der Staub von der Sämaschine direkt in den Boden eingeleitet.

„Zudem informieren Rapserzeuger die benachbarten Imker 48 Stunden vor der Aussaat“, berichtet Baer von den Bemühungen um den Bienenschutz. Wenn der Anbau von Raps für die Erzeuger noch weiter an Attraktivität verlieren sollte, werden die Bienen eine wichtige Futterquelle verlieren, gibt er zu bedenken. (brs/has)
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