Rapsaussaat in Thüringen fast beendet


Viel besser als erwartet ist die Ernte in Thüringen ausgefallen. Allerdings gibt es im Bundesland enorme regionale Unterschiede.

Die erfreulichen Getreidepreise werden in Jahr diesem zu normalen Betriebsergebnissen führen, fasst Wolfgang Martin, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Großengottern die Ernte 2012 zusammen. Auf seinem Betrieb in Weinbergen stellten heute Jürgen Reinholz, Agrarminister in Thüringen und der neue Präsident des Landesbauernverbandes, Helmut Gumpert, die Ernteergebnisse vor.

Waren die Vorausschätzungen für die Ernte 2012 noch Anfang Juli in Thüringen recht pessimistisch ausgefallen, kann Reinholz jetzt doch von guten Ergebnissen berichten.

Mit einem Ertrag von durchschnittlich fast 7 t/ha bei Winterweizen und 6,5 t/ha bei Gerste lagen diese beide Kulturen nur knapp unter dem langjährigen Durchschnitt. Alle anderen Getreidearten und auch Raps lagen über den Durchschnittserträgen von 2006 bis 2011.

Doch dürften diese Ergebnisse nicht darüber hinwegtäuschen, dass es gerade in Thüringen krasse regionale Unterschiede bei der Ernte gegeben habe, so Bauernpräsident Gumpert. Schäden gab es vor allem in Südthüringen durch die Auswinterung und den Mäusefraß. Gumpert berichtete aus dem Landkreis Sömmerda, wo 20 Prozent der Weizenbestände oder 28.000 t Weizen durch Mäusebefall nicht geerntet werden konnten. Den finanziellen Schaden bezifferte Gumpert für die Betriebe im Landkreis auf 6 Mio. €.

Auf den Flächen von Landwirt Martin hielt sich die Mäuseplage in Grenzen. Mehr Sorgen bereitet ihm der kontinuierliche Abfall der Milchpreise auf aktuell 28 Cent/Liter. Noch könnten die hohen Erlöse bei Getreide und Raps das Minus im Betriebszweig Milchwirtschaft ausgleichen.

Bei Raps schätzt das Ministerium in Erfurt einen durchschnittlichen Ertrag von 3,8 t/ha. Die Anbaufläche fiel mit 125.000 ha höher als im Vorjahr aus. Mittlerweile ist fast im gesamten Land die Neuaussaat von Raps abgeschlossen. (da)
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