Niedersachsen

Rapssaat droht zu vertrocknen

Der Landvolk-Pressedienst berichtet bereits darüber, dass vereinzelt Flächen kurz nach der Aussaat wieder umgebrochen wurden: Die Samen waren im Boden vertrocknet. Die meisten Landwirte würden aber derzeit noch abwarten und hoffen, dass es mehr Regen geben wird. „Eigentlich macht der Umbruch jetzt noch keinen Sinn, außerdem müssen die Landwirte dann in den trockenen Boden etwas anderes aussäen und ihre Fruchtfolgeplanung umwerfen“, sagt Jürgen Hirschfeld. Der Ackerbauer aus Seesen ist derzeit mit der Maisernte auch viel zu beschäftigt, um an eine Neuaussaat der Rapsflächen zu denken, und das sei auch ganz gut so, meint er.

Denn die Entscheidung zum Umbruch werde häufig zu schnell getroffen, wenn die Landwirte nervös werden. „Was bringt es, wenn wir jetzt den schlechten Raps umbrechen und Weizen drillen, der wegen der Trockenheit aber auch nicht besser aufläuft?“, meint Hirschfeld und ist überzeugt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir wissen jetzt noch nicht, wie der Herbst wird und hoffen eben weiter auf Regen. Bis Mitte Oktober können wir uns ja immer noch für Winterweizen entscheiden.“

Regionale Unterschiede prägen das Bild beim Raps in diesem Jahr, berichtet das Landvolk weiter. Die typischen Rapsstandorte auf schwerem Tonboden seien eher von Nachteil. Sie waren zur Aussaat bereits ausgetrocknet. Hier seien die Bestände lückig und stünden in ihrer Entwicklung still. „Auf dem Lehm sieht es besser aus. Einige Landwirte sind aus der Zuckerrübenproduktion ausgestiegen und bauen auch auf lehmigen Standorten nun Raps an. Hier war der Boden bei der Aussaat noch feucht und durch die Wärme sind die Pflanzen sehr gut aufgelaufen“, hat Hirschfeld festgestellt.

Die Rapsflächen in Ostdeutschland sehen deutlich schlechter aus als in Niedersachsen, zitiert das Landvolk die Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI). Die deutschen Rapsanbauer blicken bereits auf ein schwieriges Jahr zurück. 2016 war die Erntemenge mit 4,6 Mio. t rund 8 Prozent niedriger als im Vorjahr, obwohl die Fläche sogar ausgeweitet wurde. Der Hektarertrag lag 12 Prozent unter dem des Vorjahres. Die vielseitige Ölpflanze verliere damit für die Landwirte weiter an Attraktivität, so dass Landvolk abschließend. (mrs)
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