Der Bundesrechnungshof kritisiert die pauschale Besteuerung von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben. Der Bauernverband kontert mit Bürokratiekosten. Der Bundesrechnungshof sieht erhebliche Defizite in der Besteuerung landwirtschaftlicher Betriebe, die ihren Gewinn nach Durchschnittssätzen ermitteln. Er sei davon überzeugt, dass der so ermittelte Gewinn die tatsächlichen Einkünfte nicht realitätsnah wiedergebe, heißt es in einer Unterrichtung des Bundesrechungshofes von Ende Januar. Von bundesweit 581.042 Fällen mit Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft nutzten rund 24 Prozent diese Möglichkeit. Voraussetzungen sind unter anderem eine selbstbewirtschaftete Fläche bis höchstens 20 Hektar und Tierbestände bis höchstens 50 Vieheinheiten. Nun empfiehlt der Rechnungshof der Bundesregierung für diese Betriebe eine vereinfachte Gewinnermittlung auf Basis der tatsächlichen Betriebseinnahmen einzuführen.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) verteidigt Pauschalbesteuerung der Nebenerwerbsbetriebe. Er wirft dem Bundesrechungshof vor, er provoziere neue Bürokratielasten. (sta)
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