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Für die Wahlfreiheit von Verbrauchern und Produzenten sprachen sich einvernehmlich die Teilnehmer des von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast initiierten Diskurses Grüne Gentechnik aus. Dies setze die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit gentechnisch veränderter (GV-)Produkte voraus, erklärte Künast auf der gestrigen Ergebnistagung in Berlin. Sie werde sich auch in Brüssel für die von den Beteiligten geforderten, sicheren rechtlichen Rahmenbedingungen einsetzen. Gegenüber der Agrarzeitung Ernährungsdienst erklärte sie, dass dazu allerdings vermutlich erst im Oktober Gelegenheit vorhanden sei, weil nach ihrer Überzeugung zunächst Grenzwerte für Lebens- und Futtermittel, und erst anschließend für Saatgut, beschlossen werden sollten.

Die von zwölf Teilnehmer des Diskurses gebildete Warenkette "Vom Acker bis zum Teller" hält eine Koexistenz von Produktverfahren mit und ohne Gentechnik für möglich und notwendig. Koexistenz ist ein dynamischer Prozess, in dem nicht einzelne Interessengruppen, sondern die Verbraucher über die Marktanteile der einzelnen Produktionsverfahren entscheiden, heißt es in einer Presseinformation der Warenkette. Deren Beteiligten wollen Perspektiven für ein Miteinander der verschiedenen Anbau- und Produktionsformen entwickeln. Vertreten in der Warenkette sind Verbände der Wirtschaft (BDP, BGA, BVE, BVL, DBV, DIB, DRV, IVA und VDOe), der Gewerkschaften sowie der BLL Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde. (GH)
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