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FAO-Chef: Entwicklungsländer am Markt beteiligen

Agrarzeitung Ernährungsdienst 18. August 2007

Als große Chance für die Armen in den Entwicklungsländern schätzt Jacques Diouf, Generalsekretär der Organisation für Landwirtschaft und Ernährung der Vereinten Nationen (FAO), die Entwicklung der Bioenergie ein. Allerdings seien jetzt wichtige Weichen zu stellen, damit die Wohlfahrtseffekte nicht in den Industrienationen hängen bleiben.

Diouf fordert in einem Kommentar für die Financial Times, London, eine abgestimmte internationale Bioenergiestrategie. Ohne eine solche Strategie bestehe die Gefahr, dass das positive Potenzial der Bioenergie ins Gegenteil verkehrt würde. Diese Strategie müsse sicherstellen, dass ein bedeutender Anteil des mehrere Milliarden Dollar umfassenden Bioenergiemarktes von den Farmern und ländlichen Arbeitern in den Entwicklungsländern produziert werde.

Als erster Schritt sei wichtig, dass die von einigen Ländern errichteten Handelsbarrieren gegen Ethanolimporte schnell wieder abgebaut würden. Der nächste Schritt sei der Zugang der Kleinbauern in den Entwicklungsländern zu Krediten, damit sie die Produktion, die Verarbeitung und die Vermarktung von Bioenergierohstoffen aufbauen und organisieren können. Gemäß der Einschätzung der Intenationalen Energie-Agentur (IEA), wonach bis 2030 Biokraftstoffe 4 bis 7 Prozent zum für Transporte benötigten Treibstoffbedarf beitragen, stehe es allerdings schlecht um die Entwicklung. Eine zu starke Fixierung auf Treibstoffe begünstige die EU, Brasilien und die USA und würde deren führende Rolle bei Produktion und Verbrauch manifestieren. Schließlich mahnt Diouf für den Sommer nächsten Jahres eine hochkarätige Konferenz zum Thema an.

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