Das zunehmend dichter werdende Regelgeflecht von EU- und nationalen Vorschriften lasse insbesondere kleineren mittelständischen Unternehmen immer weniger Luft, kritisieren der Verband der Fleischwirtschaft und der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie in einer gemeinsamen Erklärung. Es sei grotesk, dass sich die Politik an den Vorstellungen von Bürgerinnen und Bürgern orientiere, die sich weit von den Prozessen der Nahrungsmittelerzeugung entfernt haben.

Den Bürgern sei die Widersprüchlichkeit ihrer Wünsche nicht bewusst, stellen die Verbände fest. Einerseits würden Forderungen nach immer umfangreicheren Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Produktinformation gestellt. Andererseits werde die Produktion in großen Einheiten verteufelt. Doch gerade bei der Erfüllung von Qualitäts- und Informationsanforderungen seien die großen gegenüber kleineren Einheiten im Vorteil.

Beispielhaft hierfür sei die obligatorische Herkunftskennzeichnung für Fleisch von Schweinen, Geflügel und Schafen, die am 1. April 2015 in Kraft getreten ist. Zu erwarten sei, dass dadurch die bisher bestehenden Nischenmärkte für kleinere Anbieter überlagert und große Unternehmen begünstigen werden, weil diese die komplizierten Regelungen ohne größere Kostensprünge bewältigen könnten, erwarten die Verbände. (az)
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