Die Niederschläge der vergangenen Tage haben zu einem deutlichen Anstieg der Wasserführung in der Werra geführt. Dadurch können die täglich anfallenden Haldenabwässer im Kaliabbau vollständig eingeleitet werden. Zudem gelangen gespeicherte Produktionsabwässer in die Werra. Somit besteht vorerst wieder ausreichend Entsorgungssicherheit, um die Kali-Produktion an diesem Standort wieder anfahren zu können, teilt K+S heute mit.

Werrapegel beeinflusst Produktion

Für K+S ist die Entsorgung der Salzabwässer von großer Bedeutung. Denn nur wenn diese sichergestellt ist, kann Salzgestein gefördert werden. Seit Mai steht immer wieder das Werk Hattdorf, eines von dreien im Werra-Verbund, still. Die Produktionspause hatte am 4. Mai 2016 begonnen und konnte lediglich im Juni für einige Tage unterbrochen werden. Rund 1.300 der insgesamt 4.400 Mitarbeiter des Verbundwerks Werra waren zuletzt von der Kurzarbeit betroffen.

Neue Versenkerlaubnis notwendig

Sobald der Pegelstand wieder sinkt, ändert sich auch die Schlagkraft im Bergwerk. Für 2017 benötigt der Kasseler Düngerhersteller eine neue Versenkerlaubnis. Das Regierungspräsidium Kassel arbeitet mit allen Beteiligten mit Hochdruck daran den Antrag zu bearbeiten. Auch das Problem der Versenkung von Haldenabwässer ist noch nicht gelöst. Die von der Aufsichtsbehörde übergangsweise genehmigte Versenkmenge von 725.000 Kubikmetern für das laufende Jahr ist seit Ende Oktober ausgeschöpft. Die bereits implementierten temporären Maßnahmen von Lagerung in Springen und Bergmannssegen Hugo helfen zwar, können die fehlende Versenkerlaubnis jedoch nicht ersetzen. Daher ist die Entsorgung der Produktions- und Haldenabwässer auch weiterhin maßgeblich von der Wasserführung der Werra abhängig. (da)
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