az-Länderserie Tschechien

Reger Warentausch mit Deutschland

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Weizen und Gerste sind bedeutende Exportgüter. Im Gegenzug sind bei unserem östlichen Nachbarn vor allem Obst, Gemüse sowie Fleisch- und Wurstwaren aus deutschen Landen gefragt.

Gemessen an der Anbaufläche ist Weizen in der Tschechischen Republik mit Abstand das wichtigste Agrargut. Auf einer Fläche von 820000 ha wurde nach Angaben von Stratégie Grains 2015 eine Menge von 5,1 Mio.t Weizen produziert. Von der Gesamtproduktion fließen annähernd 1,9 Mio.t in den Export, davon gehen mehr als 90 Prozent nach Deutschland. In den vergangenen Jahren wurde die Produktivität deutlich gesteigert, sodass die Erträge zwischen 5 und 6 t/ha erreichen. Gerste wird auf rund 360000 ha angebaut. In diesem Jahr erreichte die Gerstenproduktion knapp 2 Mio.t, davon entfallen 1,4 Mio.t auf Sommergerste. Dies entspricht einem Anteil von mehr als 70 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil mit 17 Prozent vergleichsweise niedrig. Gut die Hälfte der tschechischen Gerstenerzeugung erreicht Brauqualität. In Deutschland sind es nur 10 Prozent und der EU-weite Durchschnitt liegt bei 22 Prozent.

Der hohe Anteil der braufähigen Gerste an der Gesamtproduktion spiegelt sich auch in der Bierbrautradition Tschechiens wider, ebenfalls in einer großen Erzeugung von Hopfen. So werden rund 1,5 Mio.t Gerste innerhalb Tschechiens konsumiert und lediglich 300000 t fließen in den Export. Auch hier ist Deutschland mit 207000 t von 334000 t Exportware im Wirtschaftsjahr 2014/15 Hauptabnehmer. Für Deutschland ist Tschechien somit wichtigster Lieferant von Weizen und drittwichtigster Handelspartner bei Gerste.

Zuckerrüben werden inzwischen auf nur noch auf 58000 ha kultiviert, womit sich die Produktion auf knapp 3 Mio.t beläuft, die im Lande konsumiert wird. Seit dem Jahr 2000 wurde der Anbau massiv eingeschränkt. Die Kartoffelproduktion ist ebenfalls seit Jahren stark rückläufig. Im Zeitraum 2007 bis 2011 hat sich die Ernte halbiert. Im Jahr 2015 erreichte die Kartoffelerzeugung noch ein Volumen von 488000 t von einer Anbaufläche von 23000 ha. Wichtigste Ölsaat in der Tschechischen Republik ist Raps, dessen Fläche in den vergangenen Jahren nahezu kontinuierlich steigt. Von 366000 ha wurden in diesem Jahr rund 1,3 Mio. t Raps geerntet. Das bedeutet zwar einen Produktionsrückgang zum Vorjahr von 18 Prozent, jedoch ein Plus von 15 Prozent zum zehnjährigen Durchschnitt. (az)

Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
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