Gegen eine Haltungsverordnung für Puten sprechen sich CDU/CSU und FDP aus. Die Grünen hatten zuvor verbindliche Vorgaben gefordert.

Der Agrarausschuss im Deutschen Bundestag hat heute einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für Puten mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP gegen die Stimmen der SPD, Die Linke und Grünen abgelehnt. In dem Antrag hatten die Grünen die  Bundesregierung aufgefordert, eine Haltungsverordnung für Puten vorzulegen, die „verbindliche Vorgaben für eine art- und bedürfnisangemessene Haltung" schafft.

Obwohl in Deutschland rund 11,5 Millionen Puten gehalten werden, bleibe die Haltung der Tiere durch den Gesetzgeber nach wie vor ungeregelt, kritisierten die Grünen. Es sei zu lange auf freiwillige Vereinbarungen innerhalb der Wirtschaft gesetzt worden. Dies habe zu „eklatanten Missständen" geführt, heißt es in dem Antrag. Die Grünen kritisieren, dass der Platz in der Mast für Puten zu knapp bemessen sei und die Tiere an vielfachen Entzündungen und Krankheiten leiden. Die Fraktionen der SPD und Linken unterstützten den Antrag.  

Die Regierungsparteien lehnten ihn hingegen ab. Die FDP verwies auf Aktivitäten der Putenerzeuger, Fortschritte in der Haltung umzusetzen. Deren Ergebnisse würden nicht vor Anfang des nächsten Jahres vorliegen und müssten abgewartet werden. Zudem könnten offensichtliche Missstände jederzeit über das Tierschutzgesetz geahndet werden, unterstrichen die Liberalen.

CDU und CSU forderten, den Tierhaltern mehr zuzutrauen und stellten den Bedarf einer zusätzlichen Regelung ebenfalls infrage. Vor dem Hintergrund der aktuellen Novellierung des Tierschutzgesetzes sei der Antrag „entbehrlich". Den Behörden stünden bereits alle notwendigen Möglichkeiten und Mittel zur Verfügung, um Missstände abzustellen. (sch)
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