Regierung will Kennzeichnungspflicht für GVO ausweiten


Die Bundesregierung bleibt dabei: Sie will die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Lebenmitteln erweitern. Die Positivkennzeichnung, die im Koalitionsvertrag vereinbart ist, soll nicht nur für GVO in Lebens- und Futtermitteln gelten, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion. Sie soll außerdem auf Fermentationsprodukte wie Enzyme oder Vitamine, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten (GV-)Mikroorganismen hergestellt wurden, hinweisen sowie auf Lebensmittel, die von Tieren stammen, an die GV-Futtermittel verfüttert wurden. Überwacht werden solle die beabsichtigte Kennzeichnungspflicht, soweit analytisch nicht möglich, indem die Einhaltung der Dokumentationspflichten überprüft werde.

Die Regierung verweist darauf, dass die Einführung einer erweiterten Gentechnik-Kennzeichnungspflicht einer entsprechenden Änderung des Rechts der Europäischen Union bedürfe. Belastbare Berechnungen darüber, welcher Prozentsatz von Lebensmitteln gekennzeichnet werden müsste, seien nicht bekannt. Es sei jedoch davon auszugehen, dass mit zunehmendem Ver- und Bearbeitungsgrad des Lebensmittels, wie etwa bei Pizza oder Fruchtsäften, die Verpflichtung zur Kennzeichnung zunehmen werde. (AW)
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