Bayern

Regionale Strukturen fördern


Wir prägen Bayern!“, sagte Bauernpräsident Walter Heidl beim Neujahrs-Pressegespräch des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Gemeinsam mit Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstags, machte er deutlich, dass es gerade die selbstständigen Familienbetriebe und die mittelständischen Strukturen von Handwerk und Landwirtschaft seien, die den ländlichen Raum vital und attraktiv machten. „Handwerker und Bauern sorgen für Stabilität im ländlichen Raum und lebendige Dörfer. Wir schaffen Werte und erhalten Wirtschaftskraft in den Regionen“, sagte Schlagbauer.

Doch dieses Herzstück des ländlichen Raums und der regionalen Erzeugung sieht auch Heidl Gefahr.  „Die niedrigen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und die enorme Macht  großer Supermarktketten und Handelsunternehmen sorgen für enorme wirtschaftliche Probleme auf den Bauernhöfen,“ so der BBV-Präsident.

Die Einkommen der landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Bayern seien im vergangenen Wirtschaftsjahr um 22,5 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig haben gerade landwirtschaftliche Betriebe und Handwerksbetriebe mit immer neuen Auflagen und Regelungen zu kämpfen. „Durch ordnungspolitische Vorgaben und fehlende politische Unterstützung drohen Familienbetriebe und mittelständische Unternehmen an die Grenze ihrer Belastbarkeit gedrängt zu werden“, sagte Heidl.

Wechselseitige Beziehungen

Das betreffe auch das Handwerk, da oft wechselseitige Beziehungen zwischen Handwerksbetrieben und Bauernhöfen bestünden. So lieferten Bauern oft die Grundlage für regionale Produkte und Spezialitäten. „Regionalität und Nachvollziehbarkeit sind ein wichtiges Kaufargument für viele Kunden. Die Beziehung zwischen der Landwirtschaft und dem Handwerk als verarbeitendem Gewerbe wird deshalb immer wichtiger“, sagte Schlagbauer. Gleichzeitig sei Weiterentwicklung, Instandhaltung oder Investitionen in der Landwirtschaft in aller Regel auch mit Aufträgen an das regionale Handwerk verbunden.

Doch dieses, seit Generationen bestehende und für die regionale Wirtschaft so wichtige Beziehungsgeflecht sieht sich mit immer größeren Herausforderungen konfrontiert. Als Beispiel nannte Heidl das neue bayerische Landesentwicklungsprogramm (LEP). „Bereits jetzt bedroht der immense Flächenverbrauch die Grundlagen der Landwirtschaft in Bayern. Durch die geplante Lockerung des Anbindegebots droht noch mehr fruchtbarer Boden unter Teer und Beton zu verschwinden“, fürchtet er. Heidl und Schlagbauer fordern deshalb ein klares politisches Bekenntnis zu den regionalen Strukturen des Handwerks und der Landwirtschaft in Bayern. (HH)
stats